Die Wahlhamburgerin Joscheba ruft, sobald sie singt, Fantasien wach an eine Elfe, an die Baba Jaga und den Blues der südstaatlichen Swamps, alles zugleich. Doch öffnet man die Augen, dann steht dort eine junge Frau, irgendwo zwischen skandinavischer Klarheit und den Verzückungen einstiger Cabaret-Extravaganz. Dabei passt all das gar nicht hinein in ihre Biographie, die eher von Eigensinn und Beharrlichkeit erzählt. „Mit neun hatte ich ein Jahr Klavierunterricht, aber ich fand’s nicht so lustig, vom Blatt zu spielen“, sagt Joscheba Schnetter, „also habe ich schnell wieder aufgehört. Mit 13 fing ich dann an, Gitarre zu spielen und Songs zu schreiben. Mit 16 wechselte ich die Schule und landete eher zufällig auf einem sehr musikalisch ausgerichteten Gymnasium, in dem es außerdem auch noch eine Rockband gab“. In die sei sie „als Sängerin so rein gerutscht. Ich war zwar erstmal alles andere als gut, aber die Sache ging trotzdem weiter“. Und weil sie nicht die schlechtere der irgendwann drei Sängerinnen habe sein wollen, „beschloss ich, mich auf den Hosenboden zu setzen und an mir zu arbeiten“.

 

Jetzt gibt es „Behind These Walls“, ein Album wie ein Mysterium, das bei jedem Hören wächst und sich verändert. Weshalb aber kürt eine junge Frau den Jazz zur ersten Wahl? „Mir gefiel die Möglichkeit, den Sound der Stimme ausleben zu können und ihn nicht dem der Band anpassen zu müssen“. Im Jazz habe man die Freiheit, mit dessen Möglichkeiten nach Belieben zu jonglieren. „Ich kann poppig, aber auch experimentell werden. Wir waren 2012 mit dem Goethe Institut in Indien, da entdeckte ich beim Blick über den Tellerrand orientalische Sounds, die ich mühelos in meine Musik einbinden konnte“. Zum Tragen kommt diese Neugier und Offenheit vor allem bei den Live-Konzerten Joschebas. Mit ihrer Band, mit Buggy Braune am Piano, dem Gitarristen Johannes Wennrich, Oliver Karstens am Bass und dem Schlagzeuger Konrad Ullrich, spielt sie seit nunmehr sechs Jahren, zu Anfang, lacht Joscheba, sei sie „noch das Küken gewesen, heute sind wir alle auf Augenhöhe“. Mit einem mutigen, vor allem auch rhythmisch bemerkenswert ungewöhnlichen Konzept, das am ehesten und vor allem ob seiner breitschultrigen Chuzpe noch an die verquersten Alben von Tom Waits erinnert. „Vieles davon ist ungeplant“, sagt Joscheba, „da war dann auf einmal ein 7/8-Rhythmus und der durfte auch nicht wieder vom Hof gejagt werden“. Und dann sagt sie noch, dass sie nicht gerne in Klischees denke. Das ahnt man allerdings vor ihrer Bühne schon beim ersten Song, beim zweiten weiß man es ganz sicher.

 

"Eine starke Stimme."
Hamburger Abendblatt

 

 

"Die Stimme geht unter die Haut."

NDR

 

 

"Jazz Sternstunde."

Norddeutsche Rundschau

 

 

"So also kann sich unverbrauchter, zeitgenössischer Jazz anhören."

Alster Anzeiger

 

 

"Das Finale des Abends gehörte der prägnanten Stimme von Joscheba: Kraft- und gefühlvoll interpretiert sie Lieder auf eine unverwechselbar eigene Art."

Ostholsteiner Anzeiger